ein heilsamer Umgang mit den Herausforderungen dieser Zeit
Weg der Transformation
Weg der Transformation

Weg der Transformation

Das Miterleben des Schmerzes meiner Freundin in diesem alles verändernden Prozeß und der Versuch, meinem Partner diese heftigen Gefühle zu erklären, die jeglicher Logik entbehren und weit über die Verstandesebene hinausgehen, haben mir meinen eigenen Transformationsweg der letzten Jahre zum ersten Mal ganz deutlich vor Augen geführt.

Zum ersten Mal kann ich es aus einer gewissen Distanz betrachten, was ich durchlebt habe.

Und ich empfinde Stolz und Demut für das, was ich „geleistet“ habe.

„Geleistet“ in Anführungsstrichen, weil ich nicht wirklich eine Wahl hatte!

– – –

In dem Buch einer Dualseelen-Autorin habe ich die Tage gelesen, dass es ein Davor und ein Danach gibt.

Das Leben vor der Dualseelenbegegnung. Und das Leben danach.

Und genau so ist es!

Und dazwischen durchlebt man das Unerklärlichste und Schlimmste und zugleich Schönste und Tiefste, was man sich nur annähernd vorstellen kann.

Es ist für den Kopf nicht begreiflich und schon gar nicht erklärbar.

Es haut einen einfach so aus dem gewohnten Leben.

Es fordert alle Kraft, die man hat. Und das Mit-sich-Alleinsein und der Rückzug sind im Grunde die einzige Chance, es unbeschadet zu überstehen.

Man glaubt zu sterben und zugleich fühlt sich Sterben nicht mal halb so schlimm an wie dieser Schmerz, der einem alle Sinne raubt.

Und doch gibt es keinen Weg dort hinaus als einzig den da hindurch.

Und niemand, der es nicht selbst erlebt hat, könnte es jemals verstehen oder nachempfinden.

Es gibt kein Entkommen. Es gibt kein Zurück.

Es gibt keine Wahl, außer der Weg nach vorn. Mitten hindurch.

Das ist eine tiefe innere Wahrheit, der man nur noch folgen kann.

Sonst wird man verrückt.

– – –

Alles begann mit dieser einen Begegnung.

Ich habe diesen Menschen getroffen, den ich zu Beginn als gar nicht besonders wahrgenommen habe. Doch war da vom ersten Moment an wie ein Erinnern. Wie ein: irgendwo her kenne ich dich! Und zugleich erschien er mir völlig fremd.

Es gibt diese Typen von Gesichtern, wo man die meisten Gesichter einsortieren kann.

Seines war einfach anders.

Und diese erste Begegnung mit ihm trug eine tiefe Vertrautheit in sich, als wäre ich nach Hause gekommen.

Als ich schließlich begriff, was ich für diesen Mann empfand, war ich gewillt, es niemals zuzulassen, mich niemals darauf einzulassen.

Denn die Erfahrung, dass man einen verheirateten Mann nicht haben kann, hatte ich schon einmal gemacht.

Doch all meine Vorsätze wurden einfach so umgepustet.

Eine unsichtbare Kraft zog mich vorwärts und mitten hinein in diese Verbindung.

Wir verbrachten wundervolle Momente miteinander. Es fühlte sich an, als würden wir uns außerhalb der Welt in einer anderen Sphäre begegnen, und Zeit und Raum verschwammen.

Wir nannten es am Anfang das Wunderland.

– – –

Doch schon nach kurzer Zeit unterbrach Er das gemeinsame Vorangehen. Er zog sich zurück.

Und für mich begann der Weg des Leidens und der Prüfungen.

Begegnung – Trennung – Rückzug – Schmerz – Wiederbegegnen usw.

Zwei Jahre lang versuchte ich da raus zu kommen. Gestand mir selbst nicht mal meine Gefühle für ihn ein. Bis ich verstand, dass ich nicht ausweichen konnte!

Ab dem Moment, in dem ich beschloß, die Liebe für ihn zuzulassen, kam alles ins Rollen.

Jede Begegnung mit ihm war ein Stück vom Himmel. Ein Leben, das ich mir so sehr dauerhaft herbeiwünschte.

Und jedes Mal, wenn er mich verließ, zerbrach mein Herz und der Boden unter meinen Füßen wurde mir weggerissen.

Liebeskummer ist nichts dagegen!

Oft lag ich tagelang nur herum, kam gar nicht mehr auf die Beine. Verstand mich selbst nicht mehr. Wusste nicht, wie mir geschah.

Ja, es haut einen einfach so um, entzieht einem alle bekannten Sicherheiten.

– – –

Ich fand schließlich Menschen, denen es ähnlich ging, die mir all das erklären konnten und bei denen ich Unterstützung fand.

Ohne diese Unterstützung wäre ich verrückt geworden.

Ich bekam Werkzeuge an die Hand mit diesen heftigen Emotionen, mit diesem Schmerz umzugehen. Und ich lernte, warum mir das alles passierte.

Ich verstand, wofür Er mir geschickt worden war.

Ich lernte über das Spiegelgesetz und das Gesetz der Resonanz.

Und ich erlebte, dass es eine andere Ebene gibt, auf der ich ihm begegnen konnte.

Und es auch heute noch kann, wenn ich es denn will.

Doch erst heute verstehe ich, dass ich über diese insgesamt 3,5 Jahre meinen Transformationsprozess durchlaufen bin.

Erst heute kann ich es in seinem ganzen Ausmaß betrachten und verstehen.

Und ich kann mitfühlen. Ich kann halten und da sein.

Für diejenigen, die genau dort am Anfang stehen, wo ich einst stand und glaubte, dass es niemals mehr besser werden würde!

Wie oft habe ich mir gewünscht, ich dürfte sterben. Um das alles nicht mehr fühlen zu müssen.

Welche Kraft hat es mich gekostet.

Und wie sehr habe ich Ihn manchmal dafür gehaßt, dass er mich in diesen Schmerz geschickt hat. Wie sehr habe ich ihm genau diesen Schmerz gewünscht, damit er mich verstehen kann. Und wie ungerecht fand ich es, dass nur ich allein da hindurch gehen mußte, während er sich in seinem gewohnten Leben versteckt hat!

Ich weiß auch heute noch nicht, warum es so sein mußte. Und warum es sich bei vielen anderen Dualseelenliebenden genau so zuträgt. Und warum der Mann (zumindestens in den meisten Fällen) anscheinend so glimpflich davon kommt.

Vielleicht hat er seinen Transformationsprozess in einem anderen Leben zu durchlaufen.

– – –

Diesen unbeschreiblichen Schmerz jedenfalls kann ich noch immer spüren.

Doch heute weiß ich, dass die Zeit gekommen ist, ihn endlich gehen zu lassen.

Ich darf ihn gehen lassen und erlauben, dass Vergebung geschieht.

Was auch immer das bedeutet.

Ich kann das jetzt in mir geschehen lassen.

Vielleicht bringt es den letzten Teil des Weges ins Rollen.

Mein letztes bißchen Warten auf Ihn, mein letztes bißchen Hoffnung auf eine Partnerschaft in diesem Leben loszulassen.

Und damit die Sehnsucht zu heilen, die immer noch mal hochkommt.

Sehnsucht nach dieser unbeschreiblich empfundenen Liebe und Verschmelzung. Sehnsucht nach dieser Begegnung, die die Welt zum Stillstand bringt und Zeit und Raum verschwinden läßt.

Und ja, ich wünsche mir auch Verstehen. Verstehen, warum diese Liebe nicht lebbar ist.

Nicht jetzt.

Ich möchte meinen Frieden damit machen. Und ich möchte ihm vergeben können.

– – –

Mein Partner fragte mich vorhin, ob ich diese letzten Jahre des Prozesses nicht als verlorene Jahre empfinde.

Ich kann dies nur verneinen.

In meinem Leben davor war ich nicht zufrieden. Weder mochte ich mein Leben, noch mochte ich mich selbst. Und warum ich hier inkarniert bin, war mir schon gar nicht klar.

Durch diese wirklich harte Zeit hat sich einiges verändert.

Ich habe mich selbst geläutert, habe angefangen, die Verantwortung für mein Sein, mein Handeln, meine Gedanken und meine Gefühle zu übernehmen.

Ich bin mir meiner Selbst bewußt. Und mein Blick auf die Welt, auf das Leben und alles Seiende hat sich verändert.
Ich weiß heute, wohin ich gehen möchte, was sich gut anfühlt und was nicht.

Ich kann meinem inneren Gefühl folgen, meinem inneren Kompaß.

Und ich kann meinen ganz eigenen Weg gehen, der mich erfüllt.

Ich kann kommunizieren, was ich will oder nicht will.

Ich habe gelernt Grenzen zu setzen und lerne es noch.

Und ich habe gelernt mich selbst zu schätzen, mich ernst zu nehmen und übe mich nach wie vor darin mich anzunehmen, wie ich eben gerade bin.

All das wäre ohne die Begegnung, ohne die „verlorenen“ Jahre, niemals möglich gewesen!

Denn wer ist schon so verrückt sich freiwillig auf diesen Weg zu machen?!

Jetzt möchte ich es keinesfalls eintauschen!

Ich bin zutiefst erfüllt von Dankbarkeit und Demut, dass ich nun hier stehe, dass ich die zurückgelegte Strecke erstmals überblicken kann.

Und dass ich erstmals wirkliche Worte dafür finde, es in seinem ganzen Ausmaß zu beschreiben. Danke. 🙏

Ich wünsche keinem Menschen diese Erfahrung und zugleich wünsche ich es jedem.

Weil es das Leben so radikal und nachhaltig verändert und einen ganz neuen Blickwinkel erlaubt. Befreit von alten Mustern und Glaubenssätzen.

Rein in eine neue Welt!

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.